Fauteuil wiederbelebt

Eine Kundin kam mit zwei Fauteuils zu mir. Eigentlich müsste ich sagen, mit zwei Patienten: die Federkerne hatten sich schon ihren Weg ans Licht gebahnt. Die Sitze stammen wahrscheinlich aus einer Zeit, als Österreich noch von einer apostolischen Majestät verwaltet wurde und wurden wohl das letzte Mal in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts neu bezogen. Das würde zumindest die Reichsmark erklären, die ich nach der Öffnung der Möbel in der alten Polsterung gefunden habe – so erzählt jeder Sessel seine Geschichte.

Die Unterkonstruktion war zum Glück in einem sehr guten Zustand, sodass ich gleich wieder mit dem Aufbau beginnen konnte: neue Gurte, Federn ausrichten, annähen und schnüren, Federnjute anbringen und annähen, Afrik schoppen, Schoppjute annähen, Rosshaar pickiern, weißpolstern, Schurwolle auflegen, Vorlagen für den Stoffzuschnitt bauen, schablonieren, Stoff bügeln, zuschneiden und nähen und dann noch überziehen und Borte befestigen – das volle Programm.

Jetzt sind die beiden Hübschen wieder voll im Einsatz, der eine einfärbig rosa, der andere mehrfarbig mit rosa Grundton (siehe Bildergalerie sit-in@home).

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